Die Unsichbaren sind zurück

Tarifabschluss im Gebäudereiniger-Handwerk. Gebäudereiniger knacken 10-Euro-Lohnmarke

 

Tarifabschluss im Gebäudereiniger-Handwerk

Gebäudereiniger knacken 10-Euro-Lohnmarke

 

Frankfurt am Main – Die rund 600 000 Beschäftigten im Gebäudereiniger- Handwerk erhalten ab kommenden Jahr mehr Geld. Nach mehr als 18 Stunden intensiver Verhandlungen einigte sich die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) am frühen Freitagmorgen mit dem Bundes-innungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks auf ein Ergebnis. „Wir haben endlich die zehn Euro pro Stunde erreicht und damit einen wirklich wichtigen Durchbruch erzielt“, sagte IG BAU-Bundesvorstandsmitglied und Verhandlungsführerin Ulrike Laux. „Acht Jahre haben wir dafür gekämpft. Die Kolleginnen und Kollegen haben in den vergangenen Wochen und Monaten in dieser Tarifrunde sich mit vielen Aktionen beteiligt. Das hat uns stark unterstützt.“

Im Einzelnen sieht das Ergebnis vor, die unterste Lohngruppe im Westen von 9,55 Euro ab dem 1. Januar 2016 um 25 Cent zu erhöhen und in einem zweiten Schritt ab dem 1. Januar 2017 um weitere 20 Cent auf dann zehn Euro die Stunde anzuheben. Das entspricht einem Plus von 2,62 Prozent im ersten Jahr und dann um 2,04 Prozent. Im Osten steigen die Löhne von derzeit 8,50 Euro im gleichen Zeitraum um 20 Cent und 35 Cent auf dann 9,05 Euro. Sie steigen somit um 2,35 und 4,02 Prozent. Die weiteren Lohngruppen zwei bis neun steigen analog der Prozentsätze der untersten Lohngruppe.

Damit wurden die Ost- an die Westlöhne weiter angeglichen. Der Lohnabstand sinkt in der untersten Lohngruppe, die gleichzeitig der tarifliche Mindestlohn ist, von derzeit 89 Prozent auf 90,5 Prozent. Die weiteren Lohngruppen lagen noch weiter auseinander. Dort konnte eine Angleichung auf 87 bzw. auf 90 Prozent erreicht werden. Zudem haben sich die Tarifvertragsparteien auf eine Vereinbarung zur Begrenzung der Leistungsverdichtung geeinigt. Ziel ist es, neben Maßnahmen zur Vermeidung von Leistungsverdichtung vor und nach Tariferhöhungen auch Maßnahmen der Qualifizierung und Weiterbildung, Ausbildung sowie Arbeits- und Gesundheitsschutz aufzustellen. „Die Beschäftigten wollen die Branche mitgestalten. Ihr Wissen und ihre Erfahrung soll in die Vereinbarung zur Begrenzung der Leistungsverdichtung einfließen. Damit kann in Zukunft gewährleistet werden, dass die Lohnerhöhungen auch tatsächlich in den Portemonnaies der Beschäftigten ankommen“, sagte Ulrike Laux.

Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis zum 31. Oktober 2017. Es wurde eine Erklärungsfrist bis zum 16. November 2015 vereinbart.

 

 

 

8 Kommentare
  1. Herzlichen Glückwunsch und einen ganz großen Dank an alle, die mit verhandelt
    haben.
    Birgit Becker

  2. Herzlichen Glückwunsch. Unsere Demo gestern hat allso was gebracht. Wie immer, gemeinsam sind wir stark. toll !!!!!!

  3. Traurig geht die Welt zu Grunde,
    klar das Ihr euch alle darüber freut das ihr ab jetzt mehr Lohn bekommt .
    Aber wenn Ihr euren Job verliert , weil die Firma den Kunden verliert .
    Weil die Preise steigen . Was macht Ihr den dann ?
    Die Lohnkosten steigen so übermäßig das nur noch – gemacht wird.
    Wenn der Kunde das nicht zahlt , klar das eure Stunden gekürzt werden . Sonst müsst ihr damit rechnen das eurer Job irgendwann weg ist . Aber da denk natürlich von euch keiner drüber nach traurig das denken .

    Leute leute, denkt ihr wirklich eure Chefs sitzen auf der Kohle .
    Nein … Diese Branche ist hart umstritten und man verdient sich nun mal nicht mehr eine Goldene Nase damit, traurig ist wirklich das ihr nicht drüber nachdenkt .
    Was soll der Arbeitgeber den machen wenn der Kunde nicht mehr zahlt?
    Soll er euch trotzdem die Stunden bezahlen ?
    1 Jahr Minus machen und euch am Ende alle nicht mehr gezahlen können?!
    Seid ihr dann glücklich !
    Und sagt mir nicht das Kunden die das schätzen auch den preis dafür bezahlen .
    Ich lach mich halb Tod.
    Wo wird den gespart am meisten?
    Ja in der Reinigung.
    Also freut euch nicht darüber wenn ihr irgendwann alle euren Job los seid , weil eure Firma euch nicht mehr bezahlen kann oder Sie den Kunden verloren haben .

    Irgendwann gehen nämliche alle zu anderen Firmen die nicht nur Gebäudereinigung sondern andere Dienstleistung anbieten wie Catering oder sowas , da ist nämlich nur der Mindestlohn Pflicht 8,50€uro und dann fangt ihr da an . Was habt ihr den dann davon ?
    Nix , diese Leute die das hier schreiben sind für mich nicht anderes als Armleuchter , die alle Ihre Rechte kennen aber nicht Ihre Pflichten peinlich wirklich peinlich.

    Werden mal klar im Kopf!!!

    • Naja hat doch eig nix.mit catering zu tun ! Bist halt nun mal.in dem.gewerbe und musst halt klarkommen . Wenn eure kunden eure leistung nicht mehr bezahlen wollen dann habt ihr was falsch gemacht . Man kann doch nicht immer auf diesem.standart bleiben . 9.55 iwann muss unser gewerbe mal aufsteigen . Putzen.ist putzen und professionell reinigen ist ne ganz andere schiene. Kuck ich bin geselle und verdien meine 13.77 für unterhaltsreinigung !!!! Man muss sich doch nicht im mimdestlohn.bereich aufhalten 😀 is doch klar wenn man nur toiletten putzen kann erreicht man natürlich nichts . Deswegen . Absoluter Erfolg 2017-10.00
      2019 – 10.25
      Weiter so !!!

    • So ein Bullshit von Ihnen, wegen solch Krudem Denken lässt sich die Arbeiterklasse schon Jahrzehnte verarschen.
      Die Arbeit ist da und muss gemacht werden, ich glaube kaum das ein Banker jetzt selber Putzt oder seine Angestellten Putzen lässt (die haben nämlich viel höhere Stundenlöhne) nur weil er ein paar €uro mehr zahlen muss.

      In diesem Sinne
      Friede den Hütten …

    • Schön immer auf alles verzichten damit der Chef sich sein Lebensstiel weiter leisten kann.

    • Liebe Verfasserin, lieber Verfasser,

      Bin in der Gebäudereinigung selbstständig und finde, das was Sie zum Ausdruck gebracht haben, toll. Sie haben völlig recht. Der Kunde ist auch nicht bereit mehr zu zahlen. Es wird jedes Jahr nur noch gestreikt, um mehr Geld verdienen zu wollen. Ich gebe diese Branche noch ca. 3-5 Jahren. Wenn dann der Stundenlohn auf mittlerweile 15,00 Euro durch Streiks gestiegen ist, werden wohl mehr als die Helfte zur Arbeitsagentur oder zum Jobcenter gehen müssen. ALG I und II lässt Grüßen. Den Gewerkschaften ist das völlig egal ob die Kolleginnen und Kollegen durch die Streiks ihren Arbeitsplatz verlieren. Ich muss jetzt dieses Jahr auch mich von Personal trennen müssen, da der Kunde einfach nicht mehr bereit ist, mehr zu zahlen.

      Die Leute sollen mal ihr Gehirn vor Inbetriebnahme des Mundwerkes einschalten, falls das überhaupt noch funktioniert.

      Ihr Text finde ich echt super und Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen.

      Liebe Grüße aus Kiel und Bergen (Niedersachsen)

  4. Was für ein Erfolg! 2017 10€ ich lach mich schlapp, wir in unserem Betrieb erhalten diesen Lohn/ Stunde seit über zwei Jahren und das netto!
    Gut dafür sind die Preise entsprechend aber unsere Kunden schätzen die Qualität unserer Arbeit. Glückwunsch an die Kollegen für den Fortschritt.

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