120 Beschäftigte der Gebäudereinigung in Berlin unterstützten IG BAU Tarifkommission und demonstrierten für einen fairen Rahmentarifvertrag

120 Beschäftigte der Gebäudereinigung in Berlin unterstützten IG BAU Tarifkommission und demonstrierten für einen fairen Rahmentarifvertrag

Gestern sendeten 120 Berliner ReinigerInnen ein deutliches und eindrucksvolles Signal nach Frankfurt, um die IG BAU Tarifkommission bei den Verhandlungen zum Rahmentarifvertrag zu unterstützen. Denn während die Berliner Kolleginnen und Kollegen für bessere Arbeitsbedingungen und einen fairen Rahmentarifvertrag mit einem Weihnachtsgeld auf die Straße gingen, fand in Frankfurt die 5. Tarifverhandlung zum Rahmentarifvertrag statt.

Zunächst versammelten sich die Teilnehmer der Demo am S+U-Bahnhof Schönhauser Allee. Der gewerkschaftspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag Pascal Meiser machte zum Auftakt deutlich, dass die gesamte Fraktion hinter den Forderungen der Reinigungskräfte steht. Es sei nicht akzeptabel, dass Zuschläge und Urlaubstage gekürzt würden. Zudem sprach er zu den Passanten und wies sie auf die schwierigen Arbeitsbedingungen in der Branche hin. Heiko Glawe, Regionsgeschäftsführer des DGBs bekundete ebenfalls seine Solidarität mit den Teilnehmern.

Dann bewegte sich der Demozug lautstark Richtung Berliner Innung in die Paul-Robeson-Straße 37.

Cansel Kiziltepe (SPD)

Cansel Kiziltepe Bundestagsabgeordnete aus Kreuzberg klistierte das Verhalten der Unternehmen ebenfalls. „Wer Menschen ausbeutet, bekommt es mir und meiner Partei zu tun“ sprach die SPD-Bundestagsabgeordnete zu den Berliner Reinigern und erntete tosenden Applaus. Das Brandenburger Bundestarifkommissionsmitglied Andreas Döhnert forderte die Arbeitgeber auf, endlich auf die Forderung des Weihnachtsgeld einzugehen: „Andernfalls bleibt nur ein Streik“, so Döhnert.

Lisa Paus (Bündnis 90/Die Grünen)

Bundestagsabgeordnete Lisa Paus von Bündnis 90/Die Grünen solidarisierte sich – genau wie Philip Dehne, Mitinitiator von „Schule in Not“ – mit den Reinigungskräften. Dehne machte deutlich, dass die Probleme in der Schulreinigung nicht an der Leistung der ReinigeInnen liegt, sondern an der mangelnden Wertschätzung der Arbeitgeber sowie der Auftragsvergabe an den billigsten Anbieter. Nach dem symbolischen Zerreisen der „Zusatzvereinbarungen“, die den Beschäftigten auch von großen Firmen zur Unterschrift vorgelegt werden, zogen die Teilnehmer zur Innung.

Dort wollten sie Geschenke mit einem ganz speziellen Inhalten überreichen. Nachdem die Teilnehmer auf Grund des Hausrechts den Vorhof der Innung verlassen mussten, erklärte sich Henri Harder, Stellvertretender Obermeister der Berliner Innung bereit zu den Reinigern zu sprechen. Er stellte das per Pressemitteilung des Bundesinnungsverbandes mitgeteilte Angebot der Arbeitgeber vor. „Weihnachtsgeld“ schallte es ihm lautstark von den Teilnehmern der Demo entgegen.

Der Protestzug wurde vom Rbb begleitet. In der Abendschau gab es einen sehr guten Bericht über die Protestveranstaltung. Der in der Mediathek zu finden ist. Hier geht’s zum Rbb-Bericht

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