Corona-Krise – IG BAU fordert auch für Minijobber Anspruch auf Kurzarbeitergeld

Frankfurt am Main – Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) fordert die Bundesregierung auf, geringfügig Beschäftigte nicht im Stich zu lassen. Auch sie müssen in der Corona-Krise staatliche Hilfe bekommen. Derzeit erhalten Minijobber kein Kurzarbeitergeld, weil sie von der Arbeitslosenversicherung ausgenommen sind. Diese Versicherungspflicht ist aber Voraussetzung für den Anspruch auf Kurzarbeitergeld. Im Gebäudereiniger-Handwerk arbeiten rund 200 000 geringfügig Beschäftigte. Viele bangen um ihre Existenz, da nur noch wenig gearbeitet wird.

„Die geringfügig Beschäftigten in der Gebäudereinigung zählen ohnehin zu den Ärmsten. Sie sind auf jeden Euro angewiesen, aber das Wenige fällt in der Krise auch noch weg. Die Politik darf diese Not nicht länger ignorieren. Wir fordern von der Bundesregierung umgehend eine Nachversicherung der Betroffenen, damit sie Kurzarbeitergeld erhalten können“, sagte IG BAU-Bundesvorstandsmitglied Ulrike Laux. „Gleichzeitig fordern wir die Bundesregierung auf, das Kurzarbeitergeld auf 90 Prozent zu erhöhen. Die vielen Milliarden Euro zur Bekämpfung der Corona-Krise müssen vor allem bei den Ärmsten ankommen. Derzeit ist das nicht ausreichend der Fall. Die aktuelle Höhe des Kurzarbeitergeldes führt Beschäftigte im Niedriglohnbereich direkt in die Armut. In der Gebäudereinigung beträgt der Stundenlohn 10,80 Euro. Bei Kurzarbeit bleiben davon nur 6,48 Euro übrig – das ist zum Leben zu wenig. Die Unternehmen müssen jetzt ebenfalls helfen. Sie erhalten hohe staatliche Entlastungen – wie etwa durch den Wegfall von Sozialabgaben. Es ist deshalb ihre Pflicht, Verantwortung für die Existenz ihrer Beschäftigten zu übernehmen, indem sie das Kurzarbeitergeld bis zur vollen Lohnhöhe aufstocken. Für Betriebsräte hat die IG BAU bereits Vorschläge für entsprechende Betriebsvereinbarungen vorgelegt. Arbeitgeber müssen hier mitziehen. Die Beschäftigten können nicht allein die Last der Krise tragen.“

1 Kommentar
  1. Das wäre doch mal ein guter Zug von unsere Regierung

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