6.000 IGM-KollegInnen von VW zeigen Arbeitgebern der Gebäudereinigung die Rote Karte

6.000 IGM-KollegInnen von VW zeigen Arbeitgebern der Gebäudereinigung die Rote Karte

Bei den bundesweiten Warnstreiks am 19. November, streikten auch die Beschäftigten der Gebäudereinigung am VW Werk im Baunatal für ein tarifliches Weihnachtsgeld. Unterstützt wurden sie von den IG Metall Vertrauensleuten und dem Betriebsrat von VW. Nun zeigten die Beschäftigten von VW den Arbeitgebern der Gebäudereinigung die Rote Karte.

Am 4. Dezember fand bei VW in Baunatal eine Betriebsversammlung statt. Eines der Themen auf der Versammlung war der Warnstreik in der Gebäudereinigung, der von den Vertrauensleuten der IG Metall unterstützt wurde.

Eingeladen waren deshalb auch die dort reinigenden Kolleginnen und Kollegen von TIP TOP und ISS, um die Situation in der Gebäudereinigung persönlich zu erläutern.

Begleitet von viel Applaus betraten die Beschäftigten der Gebäudereinigung die Bühne. Stellvertretend für die Kolleginnen und Kollegen aus der Reinigung sprach Michaela, Betriebsrätin der Firma TIP TOP. Sie erklärte den Anwesenden die Lage der Beschäftigten in der Gebäudereinigung und nutzte die Gelegenheit, um sich bei den Vertrauensleuten der IG Metall für die Unterstützung beim Warnstreik zu bedanken.

In ihrer Rede machte sie deutlich, dass die Bezahlung für den harten Job knapp über den gesetzlichen Mindestlohn liegt und die Beschäftigten mit diesem Lohn kaum über die Runden kommen.

„Auch Wir haben unsere Mieten und Fixkosten.
Ein Urlaub ist die Seltenheit und ein Kredit mit unseren Verträgen schlicht unmöglich. Ist dann mal das Auto kaputt, stehen viele von uns bereits vor dem Ruin“.

Uns wird immer gesagt, dass für mehr Lohn oder andere Zuwendungen, wie z.B. das Weihnachtsgeld, keinerlei Spielräume wären und die Kundenbetriebe auch nicht mehr für unsere Leistungen zahlen wollen.

Beim Versuch mit einem Warnstreik auf unsere Forderungen aufmerksam zu machen, wird uns erzählt, dass unsere Firmen deswegen Pleite gehen oder es werden Abmahnungen ausgesprochen.

Wir fordern keine Reichtümer, aber ein wenig RESPEKT und Anerkennung für unsere Gute Arbeit! Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir kämpfen täglich für Brot, aber einmal im Jahr möchten wir auch Wurst aufs Brot haben.“

Der Leiter der IGM Vertrauensleute Thomas Freiberg, erinnerte in diesem Zusammenhang an die von VW abgeschlossene Sozialcharta. Darin verpflichtet sich Volkswagen, den Beschäftigten und ihren Familien einen angemessenen Lebensstandard zu sichern, Arbeitszeiten nach den nationalen gesetzlichen Vorgaben einzuhalten, sowie entsprechend zu vergüten. Deshalb wendete er sich direkt an das anwesende Management des VW-Werks:

„Wir fordern Sie auf, sich dafür einzusetzen, dass die in der Charta definierten Rahmenbedingungen auch bei der Auftragsvergabe an Dienstleister zur Anwendung kommen.“

Dabei ging er auch noch einmal auf den Warnstreik fürs Weihnachtsgeld vom 19. November ein, an dem sich ca. 65 GebäudereinigerInnen am VW-Standort im Baunatal beteiligten.

„Und was überhaupt nicht geht, meine Damen und Herren vom Management, dass Sie es zulassen, dass Streikbrecher die von anderen Volkswagen-Standorten nach Kassel geschickt werden, auf das Werksgelände kommen, damit die Arbeit während des Warnstreiks weitergeführt werden kann.“

Zum Schluss seiner Rede, forderte er deshalb seine KollegInnen dazu auf, den Arbeitgebern der Gebäudereinigung, die nicht bereit sind über die legitimen Forderungen der Beschäftigten zu verhandeln, die Rote Karte zu zeigen.

Ca. 6000 Beschäftigte bei VW Baunatal demonstrierten damit, dass sie die Forderung der Gebäudereiniger unterstützen und solidarisch an der Seite der Kolleginnen und Kollegen der Gebäudereinigung stehen.

Solidarität macht stark!

Wir sagen Danke für dieses großartige Zeichen der Solidarität nach Baunatal!

 

 

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