Dienstleistungsunternehmen setzen positive Zeichen in der Corona-Krise

Dienstleistungsunternehmen setzen positive Zeichen in der Corona-Krise

Die Corona Krise stellt die Gesellschaft vor große Herausforderungen. Im Eiltempo beschloss der Bundestag milliardenschwere Hilfspakete für die Wirtschaft. Für die Beschäftigten bleibt oft nur der Weg in die Kurzarbeit.

Doch in vielen Berufen sind die Gehälter so gering, dass 60% oder 67% des letzten Netto-Entgelts nicht zum Leben reichen. Viele Arbeitgeber lehnen die Forderung der Gewerkschaften nach einer Aufstockung des Kurzarbeitergeldes ab.

Aber es gibt auch positive Bespiele von Betrieben, die ihrer sozialen Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern nachkommen. So haben jüngst einige Dienstleistungs- und Gebäudereinigungsunternehmen mit ihren Betriebsräten Vereinbarungen getroffen, die die Beschäftigten trotz Kurzarbeit besser stellen. Das zeigt wieder einmal: gute Betriebstäte machen vor allem in der Krise den Unterschied. Diese Beispiele sollten Schule machen! Deshalb stellen wir Euch hier die Eckpunkte verschiedener Betriebsvereinbarungen kurz vor:

  • ISS – Um die finanziellen Auswirkungen auf die MitarbeiterInnen bei ISS abzufedern, wurde eine Aufstockung zum Kurzarbeitergeld (KuG) von bis zu 80% gemäß folgender Tabelle vereinbart:

–       März 2020:     Aufstockung auf 80 % der Nettoentgeltdifferenz

–       April 2020:      Aufstockung auf 80 % der Nettoentgeltdifferenz

–       Mai 2020:       Aufstockung auf 75 % der Nettoentgeltdifferenz

–       ab Juni 2020: Aufstockung auf 70 % der Nettoentgeltdifferenz

Sollte nach Abschluss dieser Betriebsvereinbarung durch den Gesetzgeber beschlossen werden, dass entweder das Kurzarbeitgebergeld (KuG) erhöht wird oder der Staat den Arbeitgebern Aufstockungen zum Kurzarbeitergeld (teilweise) ersetzt, dann erhöht der Arbeitgeber die Aufstockungsbeiträge um bis zu max. 10 % auf max. 90 % der pauschalierten monatlichen Nettoentgeltdifferenz.

  • Plural / Compass Group – Auch bei der Compass Group vertritt der Betriebsrat die Meinung, dass 60% bzw. 67% des letzten Entgelts für die meisten Beschäftigten der Branche ein finanzielles Problem sei. Daher schloss der Betriebsrat eine Rahmenvereinbarung mit dem Arbeitgeber zur Kurzarbeit ab, in der das Kurzarbeitergeld auf 80% aufgestockt wird. Die Aufstockung gilt für alle Sparten des Unternehmens.
  • APLEONA GmbH – Bei APLEONA hat der Konzernbetriebsrat (KBR) eine Rahmenvereinbarung Pandemie, einen Vorschlag für Kurzarbeit und Home-Office abgeschlossen. Die Betriebsvereinbarungen Kurzarbeit und Home-Office werden regional abgeschlossen. Sie orientieren sich an dem Vorschlag des Konzernbetriebsrats. Die Aufstockung beträgt 10%.
  • Vinci Energies Deutschland (VED) – Bei VED hat der KBR ebenfalls eine Konzernbetriebsvereinbarung (KBV) Pandemie, Kurzarbeit (incl. einer Musterberechnung Zuschlag Kurzarbeit) und mobiles Arbeiten abgeschlossen. Der Aufschlag auf das Kurzarbeitergeld beträgt 10% der bereits in der KBV Pandemie verankert ist. Zur VED gehören u. a. Vinci Facilitys, die G+H Group sowie Isolierung Leipzig.

Sowohl bei Vinci Energies Deutschland wie auch bei der APLEONA GmbH gibt es zu der Aufstockung des Kurzarbeitergeldes noch jeweils einen „Härtefallfond“ für besonders betroffene MitarbeiterInnen.

  • SPIE GmbH – Bei der SPIE GmbH wurde der Rahmentarifvertrag (RTV) befristet verändert. Begleitend dazu, hat der Gesamtbetriebsrat (GBR) eine Gesamtbetriebsvereinbarung (GBV) zur Kurzarbeit abgeschlossen in der ebenfalls eine Aufstockung um 10% festgeschrieben wurde.
  • BELFOR Deutschland GmbH –  Bei BELFOR hat man sich darauf geeinigt, eine Aufstockung von 500,- Euro zu zahlen. Auf Grundlage der Eckentgeltgruppe 6 entspricht dies 80 %. Für die unteren Lohngruppen erhöht sich der prozentuale Anteil, für die Besserverdienenden verringert er sich. Somit hat man versucht, es ein wenig gerechter zu machen und denjenigen, die weniger verdienen, mehr zukommen zu lassen.

 

1 Kommentar
  1. Das sollte für die Firmen selbstständig sein, sie fahren im Jahr soviel Gewinne ein von denen die AN nichts haben. Ich finde es schade, daß nicht jede Gebäudereiniger Firma ihren MA zur Seite steht, wie sind die Personen, die die Körperlich schwere Arbeit Tag täglich vollbringen, dann denkt doch jetzt auch mal an uns.

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