IG BAU: Mindestlohn der Reinigungskräfte muss angehoben werden

IG BAU: Mindestlohn der Reinigungskräfte muss angehoben werden

Tarifrunde 2020: Reinigungskräfte in Berlin demonstrieren für 12 Euro Stundenlohn. Foto: IG BAU

Da in der Branche Beschäftigte stark gesucht werden, muss die Untergrenze über allgemeinem Mindestlohn liegen

Sie werden immer wieder händeringend gesucht, es gibt viele offene Stellen und sie sind unverzichtbar. In Zeiten der Pandemie mehr denn je: die Gebäudereiniger*innen. Denn sie sorgen für saubere Büros, Schulen, Kliniken, sie stehen für Hygiene, auch sie sind systemrelevant.

Ulrike Laux, im Bundesvorstand der Industriegewerkschaft-Bauen-Agrar-Umwelt für das Gebäudereiniger-Handwerk zuständig, macht sich deshalb Sorgen um die Bezahlung dieser wichtigen Arbeitskräfte: „In der Lohngruppe 1 beträgt der tarifliche Mindestlohn derzeit 11,11 Euro, vom 1. Januar 2022 11,55 Euro und erst ab dem Jahr 2023 beträgt die unterste Einkommensgrenze 12 Euro. Wenn die Ampelkoalition in spe ernst macht und den allgemeinen Mindestlohn im nächsten Jahr auf 12 Euro setzt, dann liegt die Marge in der Gebäudereinigung drunter. Das wäre katastrophal.“ 500.000 von etwa 700.000 Gebäudereiniger*innen sind in der Lohngruppe 1.

„Dass ich nicht falsch verstanden werde. Wir von der IG BAU begrüßen es natürlich ausdrücklich, dass der allgemeine Mindestlohn von jetzt 9,60 auf 12 Euro angehoben wird. Dafür setzen wir uns gemeinsam mit anderen Gewerkschaften schon lange ein. Wir müssen aber darauf achten, dass der alte ,Mindestlohn-Abstand` nach oben hin wieder her-gestellt wird. Gebäudereinigerinnen und Gebäudereiniger haben einen harten Job, sie arbeiten im Schichtbetrieb, an Sonn- und Feiertagen und es gibt Jobs, die haben einen besseren Ruf. Deshalb muss es Anreize geben, um Personal zu finden“, sagt Laux. Sie appelliert deshalb an den Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks, mög-lichst schnell mit der IG BAU über die vorzeitige Anhebung des Branchen-Mindestlohns zu verhandeln. „Das ist doch in beider Interesse, sowohl für die Beschäftigten als auch die Reinigungsfirmen. Dann stimmt der Lohn wieder und es werden genügend Arbeitskräfte für die vielen Aufträge gefunden“, so die Gewerkschafterin abschließend.

14 Kommentare
  1. Alle bekommen sie coronageld außer wir aus der Gebäudereinigung bekommen nichts trotz das wir an der oberste Front sind wir reinigen kliniken Schulen und Altersheime das ist im Prinzip unmöglich

  2. Einen Corona Bonus sollte auch mal verhandelt werden. Wir stehen an der Front. Ja und der Lohn sollte angehoben werden. Ich arbeite dann bestimmt nicht unter Mindestlohn

  3. Es ist schon eine Frechheit das man in diesen Beruf kein coronabonus bekommt als Reinigungskraft hat man mit alles kontakt egal ob im minijob teilzeit oder vollzeit es sollte allen zu stehen. Aber da sind die Chefs geizig.
    Ein wirklich guter Chef zahlt mindestens 1 Euro mehr als Tarif

  4. Reinigungskräfte haben mindestens 15 Euro die Stunde verdient.
    Kein Wunder das niemand in dem Beruf arbeiten möchte

  5. Ein vernünftiger Stundenlohn ist durchaus wichtig. Aber mehr Geld für uns ist auch mit Zeitkürzung verbunden. Da sollte man mal mit den Beschäftigten drüber reden. Da wird mit Sicherheit viel Gesprächsstoff sein. Und es muss mehr Kontrollen geben. Die Arbeitgeber sollten verpflichtet werden ihre Verträge offen zu legen. Es verschwinden zu viele ausgehandelte Arbeitsstunden unter dem Tisch welche nicht korrekterweise in den Objekten an die Arbeitskräfte weitergegeben werden. So etwas nennt man deswegen auch Leistungsmissbrauch.

  6. Da stimme ich allen zu , wir reißen uns den A… auf .
    Und es wird uns nicht gedankt .
    In dieser Zeit haben wir mehr zu tun . Es gibt nicht mehr Geld und Zeit auch nicht .

  7. Es wird Zeit das Reinigungskräfte mehr bekommen, denn ohne uns wären einige Leute im Dreck versinken. Bin selber Reinigungskraft und für einen kompletten Kindergarten zuständig ,es wird ja auch für uns alles teurer. Es sollte mindestens von 15,50 Euro sein,denn ohne uns funktioniert es nicht

  8. Ohne und würden alle im Dreck ersticken aber leider wird dies von ganz ganz vielen nicht gesehen was wirklich sehr sehr schade ist. Wir haben definitiv viel mehr verdient als das. Alle Reinigungskräfte sollten streiken 3 Wochen lang und das wirklich alle
    Damit endlich mal anerkannt wird was wir leisten und was ohne uns wäre.

  9. Ja bekommen wir nicht jetzt ab Januar 12 Euro pro Stunde oder nicht ?

  10. Ein angemessener Lohn wäre mehr als angebracht denn auch die ab Januar anstehende Erhöhung auf 11,55 € ist, man bedenke, nur der Bruttolohn! Schon traurig !

  11. Also ich habe 3 Objekte darunter 2 Kitas wobei die eine schon etwas größer ist wo aber seit 30 Jahren da nichts erneuert wurde.Dementsprechend sieht auch der Boden aus und auch die sanitären Einrichtungen.Es ist kein einfaches Arbeiten,dann kommt aber noch dazu das die Erzieher nichts machen,es ist immer unaufgeregt,die Kinder schmieren alles voll Seife,kommen aus dem Garten und laufen mit den sandigen Stiefeln auf den Teppichen und und und.Ich hab schon langsam eine Sand und Seifenphobie.Den Erziehern ist das egal,es wird ja auch nichts aufgeräumt oder vorgezogen zum saubermachen.Mein Chef ignoriert das auch,der war erst innerhalb von 4 Jahren 2x in meinem Objekt,mehr hab ich ihn nochnicht gesehen.Er sollte das mit der Gemeinde klären das sich da was ändert,nichts passiert.Er kümmert sich eigentlich um garnichts,er weiss es läuft.Nun bekam ich vor Wochen eine Mail wo er mich für gute Arbeit lobte und mir eine kleine Prämie versprach mit der nächsten Abrechnung,voll nett oder? Ich war so überrascht weil die so klein war ,das ich sie auf meinen Lohnzettel nicht finden konnte.Im nächsten Atemzug hat er mein Fahrgeld nicht anerkannt zwischen 2 Objekten,ich hatte mir erlaubt es einzureichen was ich jetzt monatlich machen werde.Ich hatte keinen Auftrag dorthin zu fahren mit meinem eigenen PKW obwohl er weiss das ich meine Objekte nicht anders erreiche.Ich wusste das ich im Recht bin,aber er dachte ich nehme das so hin.Nein ich habe die IGBAU beauftragt das zu regeln und das ist in Angriff genommen worden.
    Was ich damit sagen will ist,lasst euch nicht alles gefallen.Wer sich nicht wehrt hat verloren.Ihr müsst euch nicht hier ausheulen,ihr müsst angreifen sonst werdet ihr immer weiter ausgenutzt.
    Herr Steinberg von der IGBau danke ich sehr für seine Hilfe,auch in Bezug meines Kollegen.
    Überhaupt ein Danke an die Gewerkschaft,ohne diese hätte so mancher schlechte Karten…danke das es euch gibt

  12. Völlig falsch! Wir haben dann nicht mehr Geld, denn es wird alles wieder teurer. Die Sozialabgaben müssen sinken!! Nur dann bringt es wirklich allen etwas. Aber daran traut sich die Gewerkschaft natürlich nicht, könnte ja gegen den Staat gehen

  13. Solange sich der Stellenwert in der Gesellschaft nicht ändert wird sich eine Reinigungskraft nie mehr kaufen können, egal was auf der Abrechnung unterm Strich steht .
    Steigen die Löhne auf 15 Euro , will der Elektriker 25 und der Bankangestellte 35. Da ja jeder wiederum indirekt oder direkt die gestiegenen Kosten für die Reinigung zahlen muss.
    Auch ein „Corona Bonus“ wird da nicht viel helfen, da es sich ja nur um eine einmalige Zahlung handelt. Zumal mir persönlich das auch zu doof wäre , einen „erzwungenen“ Bonus durch die Gewerkschaft würde ich jetzt nicht als Anerkennung ansehen.

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