Jetzt wird´s richtig dreckig! Nach Warnstreiks bei Stölting, Kolleginnen und Kollegen bereit für mehr

Jetzt wird´s richtig dreckig! Nach Warnstreiks bei Stölting, Kolleginnen und Kollegen bereit für mehr

Jetzt wird´s richtig dreckig steht auf ihren Schildern. Gemeint sind Kauen, Messwarten, Sozialräume und Büros. Denn die Reinigungskräfte der Raffinerie in Gelsenkirchen Scholven beteiligen sich am Warnstreik ihrer Gewerkschaft  IG BAU.

Die Beschäftigten der Firma Stölting Reinigung und Service fordern mit den bundesweit 660.000 Reinigungskräften unter anderem ein Weihnachtsgeld. Einer von ihnen ist Reiner Koschlitzki. Der 7-fache Familienvater reinigt seit fast 20 Jahren.

Reiner Koschlitzki, Betriebsrat bei Stölting

Reiner Koschlitzki, Betriebsrat bei Stölting

„Natürlich möchte ich ein Weihnachtsgeld. Es wäre schon toll, wenn wir Weihnachten ein paar größere Geschenke unter den Weihnachtsbaum legen können. Außerdem möchte ich auch mal ohne finanzielle Sorgen in ein neues Jahr starten,“ so Koschlitzki.

Als Betriebsrat setzt er sich aktiv für faire Arbeitsbedingungen bei der Firma Stölting ein.

Organisiert wurde der Warnstreik, an dem sich die gesamte Frühschicht beteiligt hat, von Friedrich Andreas. Der Gewerkschaftssekretär der IG BAU Westfalen ist über die Resonanz erfreut. „Es ist toll, dass wieder alle mitmachen. Hier hält das ganze Team zusammen,“ so der Gewerkschafter. Nach einem Treffen vor der Raffinerie ging es gemeinsam zum frühstücken.

„Wir haben uns bewusst entschieden, den Streikenden mal etwas zurück zu geben. Daher haben wir uns nicht in der Kälte vor das Werkstor gestellt, sondern gemeinsam gefrühstückt. Denn die Kolleginnen und Kollegen bekommen viel zu selten Wertschätzung für ihre harte Arbeit,“ so Friedrich Andreas abschließend.

Wo die nächsten Aktivitäten geplant sind, wollte die Gewerkschaft IG BAU noch nicht verraten. Vor allem bei Stölting, die unter anderem für die Reinigung der Arena zuständig sind, ist die Gewerkschaft gut organisiert.

Da der Rahmentarifvertrag vom Arbeitgeberverband gekündigt wurde, streiten sich Gewerkschaft und der Bundesinnungsverband der Gebäudereiniger (BIV) über die Arbeitsbedingungen von Reinigungskräften.

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt prangert an, dass den Beschäftigten aktuell verschlechterte Arbeitsbedingungen vorgelegt werden. So bekommen Neueingestellte Verträge mit weit schlechteren Bedingungen. Die neuen Mitarbeiter haben bis zu 10 Tage weniger Urlaub und müssen Abstriche bei Zuschlägen machen.

 

Schreibe einen Kommentar