Die Unsichbaren sind zurück

Leistungsverdichtung und Turbo-Putzen

Leistungsverdichtung und Turbo-Putzen

Betriebsräte im Gebäudereiniger-Handwerk steuern gegen

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In den Tarifverhandlungen 2015 im Gebäudereiniger-Handwerk ist das Thema steigende Leistungsverdichtung auf der Agenda. Die IG BAU hat in den Monaten März und April in fünf Betriebsräte-Konferenzen bundesweit, an denen über 500 Betriebsräte teilnahmen, die Möglichkeiten der einzelnen Beschäftigten und der Betriebsräte erläutert. Die Vorstellungen der IG BAU zu einer tariflichen Regelung gegen Leistungsverdichtung wurden vorgestellt.

Seit Jahren werden vor oder nach Lohnerhöhungen von vielen Firmen Reinigungsreviere erweitert oder die Zeiten für die Reinigung gekürzt. Dies bedeutet, die Lohnerhöhungen kommen bei den Beschäftigten nicht an. Und vor allem, es schadet der Gesundheit. Immer mehr Arbeit in immer weniger Zeit, damit soll Schluss sein.

Verschiedene Formen der Leistungsverdichtung wurden vorgestellt. Wie Leistungsverdichtung im Betrieb aussieht, berichteten Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit alltäglichen betrieblichen Beispielen. Ein Schwerpunkt der Veranstaltungen lag auf den gesetzlichen Möglichkeiten der Mitbestimmung von Betriebsräten.

Dies wurde mit Fallbeispielen und Urteilen von Landes- sowie Bundesarbeitsgericht von Klaus Ulrich, IG BAU, Referat Mitbestimmung, sehr anschaulich dargestellt. Die rechtlichen Möglichkeiten und Wege wurden aufgezeigt, wie Betriebsräte Leistungsverdichtung entgegenwirken und somit für bessere Arbeitsbedingungen und Gesundheitsschutz sorgen können.

 

 

 

 

 

Die Betriebsräte in den Konferenzen äußerten sich am Ende jeder Veranstaltung: „Eine tarifliche Regelung muss her, die gesetzlichen Möglichkeiten reichen gegen gestiegene Leistungsverdichtung nicht aus.“

Die Arbeitgeber sollen auf das Problem hingewiesen werden, sie haben eine Fürsorge-pflicht, die sie ernst nehmen müssen. Es geht auch um die Sauberkeit in den Objekten, Schulen, Kliniken, Pflegeheime, Büros und so weiter. Die Menschen dort haben ebenfalls einen Anspruch auf Sauberkeit und Schutz ihrer Gesundheit. Dies muss den Kunden deutlich gemacht werden, sie sind dort in der Pflicht. Wenn die Zeit zu knapp ist für eine gründliche Reinigung, leisten immer wieder Gebäudereiniger/innen unbezahlte Arbeitsstunden, damit es in den Objekten sauber ist und keiner krank wird.

Der Kunde dreht die Sparschraube, die Unternehmen schrauben an der Arbeitszeit oder vergrößern die Reinigungsflächen. „In den anstehenden Tarifverhandlungen 2015 sind alle Betriebsräte und die Beschäftigten im Gebäudereiniger-Handwerk aufgerufen, sich aktiv mit ihrer Gewerkschaft, der IG BAU, für die Forderung ‚Tarifvertrag gegen Leistungsverdichtung’ einzusetzen“, sagte Ulrike Laux, IG BAU-Bundesvorstandmitglied.

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