Rahmentarifverhandlung für die Gebäudereinigung – Tarifverhandlungen treten auf der Stelle

Rahmentarifverhandlung für die Gebäudereinigung

Tarifverhandlungen treten auf der Stelle

Frankfurt am Main – Die zweite Tarifrunde zum Rahmentarifvertag für das Gebäudereiniger-Handwerk endete heute ohne Ergebnis. Der Rahmentarifvertrag regelt die Eckpfeiler der Arbeitsbedingungen in der Branche wie etwa die Grundsätze der Eingruppierung in die verschiedenen Lohngruppen, Urlaub oder Kündigungsfristen. Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hat die wesentlichen Themen benannt. So soll etwa Qualität honoriert werden. Wer in der Gebäudereinigung von der Pike auf das Handwerke gelernt oder lange Jahre Erfahrung in der Branche erworben hat, soll über eine höhere Eingruppierung besser gestellt werden.

„Jeder Vorschlag wird von den Arbeitgebern kategorisch abgelehnt. Sie zeigen keinerlei Bereitschaft, sich auf eine praxisorientierte Änderung des Rahmentarifvertrags einzulassen“, sagte IG BAU-Bundesvorstandsmitglied und Verhandlungsführerin Ulrike Laux. „Selbst Regelungen, die in ihrem eigenen Interesse sind, werden von der Arbeitgeberseite ohne ernsthafte Diskussion verworfen. Obwohl die Arbeitgeber mehr Fachkräfte in der Reinigung brauchen, wollen sie aber keine eigene Lohngruppe für gelernte Gebäudereiniger-Gesellen.“

Gesellen landen nach ihrer Ausbildung oft in der untersten Lohngruppe. Das macht die Ausbildung in der Branche unattraktiv. Zudem gibt es bisher keine höhere Lohngruppe für Beschäftigte mit langjähriger Berufserfahrung. Auch hier blockieren die Arbeitgeber. Ebenso verweigern sie die Anpassung der Kündigungsfristen an die gesetzlich geregelten Mindeststandards. Was auch immer die IG BAU vorschlägt, um die Branche zukunftsfest aufzustellen und die Arbeitsqualität zu sichern, stößt auf fundamentale Ablehnung. Es bleibt das Geheimnis der Arbeitgeber, wie sie die Branche weiterentwickeln wollen. Alle ihre bisherigen Signale sind lediglich Kosmetik und bedeuten am Ende Stillstand. Damit ist keinem geholfen. Die Verhandlungen werden am 10. Juli 2018 in Frankfurt am Main fortgesetzt.

3 Kommentare
  1. Es ist doch eigentlich eine Frechheit.Wie kann man neues Personal fördern ,werden die alle verarscht.Wir als alte ,ich bin 67.Jahre und vertrete oft Urlaub und Krankheit.So kann es doch nicht sein.Unter den Bedingungen will auch keiner diese Abreit machen.Bitte überdenkt das alles noch mal.

  2. Ich, als Arbeitgeber, finde, dass es schon einen Lohnunterschied zwischen gelernten, nachweisbarer langjähriger Berufserfahrung und Quereinsteigern geben sollte. Alles andere ist frustrierend!

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