Soziale Verantwortung zeigen – Kurzarbeitergeld aufstocken. Bitte jetzt aktiv werden!

Soziale Verantwortung zeigen – Kurzarbeitergeld aufstocken. Bitte jetzt aktiv werden!

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
liebe Betriebsratsmitglieder,

bei der Bewältigung der Corona-Pandemie müssen soziale Schieflagen verhindert werden! Beschäftigte dürfen keine Einkommensverluste erleiden. Daher muss das Kurzarbeitergeld dringend aufgestockt werden.

An die Politik haben wir die Forderung gerichtet, das gesetzliche Kurzarbeitergeld für die Dauer dieser besonderen Situation von 60 % bzw. 67 % auf 90 % zu erhöhen. Im Moment scheint der Schwerpunkt der politischen Diskussion dahin zu gehen, die Unternehmen zu stützen, indem z. B. den Unternehmen für die Dauer der Kurzarbeit 100 % der Sozialversicherungsabgaben erstattet werden.

Dies verlangt die Verpflichtung der Arbeitgeber zur Weitergabe des Arbeitnehmeranteils an den erstatteten Sozialversicherungsbeiträgen an die Beschäftigten. Denn die bisherigen Maßnahmen stützen im Moment vor allem die Unternehmen. Die Beschäftigten dürfen nicht vergessen werden. Die Politik muss die entsprechenden Rechtsverordnungen deshalb korrigieren.

Wir sehen in anderen europäischen Ländern, dass es in dieser Krise zu Komplettschließungen von Betrieben, Betriebsabteilungen, Werken und Büros, Einzelhandel und Hotels sowie tausenden Dienstleistern kommen kann. Dies kann auch bei uns passieren und würde für die Beschäftigten und deren Familie einen plötzlichen Einkommensverlust von 40 % im Haushaltseinkommen bedeuten. Dies führt Millionen von Arbeitnehmer*innenhaushalten bei laufenden Mieten und Verpflichtungen in existentielle Nöte. Besonders Niedrigverdiener*innen treffen massive Einkommensverluste hart.

Das müssen wir gemeinsam verhindern!

Als IG BAU fordern wir mit allen anderen Gewerkschaften gemeinsam in dieser Krisensituation soziale Verantwortung ein.

Viele Branchen und Unternehmen zeigen diese Verantwortung, indem sie Tarifverträge zur Aufstockung bei Kurzarbeit abgeschlossen haben. Dort, wo dies noch nicht geschehen ist, fordern wir die Arbeitgeber auf, schnellstens auf unser Angebot zu Tarifverhandlungen einzugehen. 

Wir wissen, dass viele Betriebsrät*innen aktuell in Verhandlungen für eine Betriebsvereinbarung zur Umsetzung der Kurzarbeit sind. Auch hier müsst Ihr versuchen, Aufstockungen zu vereinbaren. Die IG BAU-Vertreter*innen unterstützen mit Rat und Tat. Eine Aufstockung auf 90 % ist angemessen.

Ruft Eure*n örtlichen Bundestagsabgeordnete*n an.

Schreibt eine Mail oder einen Brief. Erzählt ihm/ihr, was mit 60, bzw. 67 % KuG mit Euch und Euren Familien passiert.

Die Politik muss auch im Interesse der Arbeitnehmer*innen handeln. Und sie möge bitte entsprechende Regelungen treffen.

Hier bekommt Ihr die Kontaktdaten Eurer Abgeordneten

   https://www.bundestag.de/abgeordnete

2 Kommentare
  1. Wir als Betriebsrat wissen und erfahren von unseren Kollegen das die Kurzarbeit mit den 60 % oder 67% nicht ausreicht zum Leben.Im Betrieb der Diako Service arbeiten überwiegend Teilzeitbeschäftigte. Es kann nicht sein das nur Arbeitgeber Hilfe bekommen.

  2. Mit 67% Kurzarbeitergeld kommen wir kaum über die Runden. Wir haben alle Verträge gekündigt, die wir kündigen können. Mehr geht nicht. Mein Mann, der sich um die Kinder kümmert, sucht jetzt auch einen Job und hofft, über eine Personalvermittlung schnell fündig zu werden.

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