Tarifeinigung: Löhne für 700.000 Beschäftigte in der Gebäudereinigung steigen kräftig

Tarifeinigung: Einstiegsverdienst mit 13 Euro deutlich über Mindestlohn

Löhne für 700.000 Beschäftigte in der Gebäudereinigung steigen kräftig 

Tarifeinigung: Einstiegsverdienst mit 13 Euro deutlich über Mindestlohn – Löhne für 700.000 Beschäftigte in der Gebäudereinigung steigen kräftig
Die rund 700.000 Beschäftigten im Gebäudereiniger-Handwerk bekommen deutlich mehr Geld. Der Einstiegsverdienst in der Branche steigt zum Oktober auf 13 Euro pro Stunde – knapp 13 Prozent mehr als bislang. Wer in der Glas- und Fassadenreinigung arbeitet, kommt ab Herbst auf einen Stundenlohn von 16,20 Euro. Das teilt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) nach zehnstündigen Tarifverhandlungen mit den Arbeitgebern in Frankfurt am Main mit.
„In schwierigen und zähen Gesprächen ist es gelungen, einen Durchbruch zu erzielen. Für ihre wichtige Arbeit bekommen Reinigungskräfte weiterhin deutlich mehr als den gesetzlichen Mindestlohn, der im Oktober auf 12 Euro pro Stunde steigt. Damit bleibt die Gebäudereinigung für dringend gesuchte Fachkräfte attraktiv. Das Lohn-Plus liegt zugleich weit über der Inflationsrate“, sagt Ulrike Laux, Bundesvorstandsmitglied der IG BAU und dort für die Gebäudereiniger-Handwerk zuständig.
Die Tarifeinigung sieht vor, dass die Verdienste in allen Lohngruppen ab Oktober 2022 um einen Euro pro Stunde steigen. Bereits im Januar 2024 folgt ein weiteres Plus. Der unterste Stundenlohn klettert dann auf 13,50 Euro. In der Glas- und Fassadenreinigung gibt es ab dem 01. Oktober 16,20 Euro und ab Januar 2024 16,70 Euro pro Stunde. Beide Lohngruppen sind sogenannte Branchenmindestlöhne, die nach dem Willen von Gewerkschaft und Arbeitgebern auch weiterhin verpflichtend für alle Unternehmen in der Gebäudereinigung gelten sollen. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis zum 31.12.2024. Die Tarifkommissionen beider Parteien müssen der Einigung noch zustimmen. Die Erklärungsfrist endet am 15. Juni.
„In der Corona-Pandemie ist deutlich geworden, wie sehr es auf die oft unsichtbare Arbeit der Reinigungskräfte ankommt. Sie reinigen Schulen und Büros, sorgen für Hygiene in Krankenhäusern und Pflegeheimen. Es ist wichtig, dass die Beschäftigten für ihren anspruchsvollen Job mehr bekommen als nur den gesetzlichen Mindestlohn“, betont Laux.
Vor dem Hintergrund der geplanten Anhebung der Lohnuntergrenze auf 12 Euro pro Stunde hatte die IG BAU den Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks (BIV) zu Verhandlungen aufgefordert. Bereits seit Jahren lag der Einstiegsverdienst in der Branche deutlich über dem gesetzlichen Mindestlohn, wäre nach dem bisherigen Tarifvertrag allerdings erst im Januar 2023 auf 12 Euro gestiegen. „Jetzt ist es gelungen, weiterhin einen deutlichen Abstand zum gesetzlichen Minimum zu haben – eine wichtige Anerkennung für die unverzichtbare Arbeit der Beschäftigten“, so Laux weiter.
Die Gebäudereinigung ist mit ihren bundesweit rund 700.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern die beschäftigungsstärkste Sparte im deutschen Handwerk. Nach Information der IG BAU arbeiten 500.000 von ihnen, ein Großteil Frauen, zum Branchenmindestlohn.

Du willst dich auch stark machen für gute Arbeit und mehr Lohn in der Gebäudereinigung? Dann mach bei uns mit! Hier geht´s zum Online-Beitrittsformular  

13 Kommentare
  1. Na hoffentlich gibt es von allen die Zustimmung.Und hoffentlich folgt nicht auf den Lohnanstieg eine Arbeitsverdichtung.

  2. Hallo, Ihr seit klasse! Es hätte immer etwas mehr sein können, aber chapeau, Danke.

  3. Jetzt fehlt eigentlich nur noch das es bestimmte Zeiten für den Quadratmeter gibt die festgelegt sind. Es werden nämlich fast überall die Zeiten gekürzt. Was nützt es wenn ich einen höheren Stundenlohn habe und in der gleichen Zeit um ein vielfaches mehr leisten muss. Und genau das wird eintreten. Resultat ist, daß man keine ordentliche Leistung mehr erbringen kann, weil einem schlichtweg die Zeit fehlt.

    • Genau so sieht das aus.
      Pro Euro Stundenlohn mehr wird mindestens eine viertel Stunde Zeit abgezogen. Bei meiner letzten Stelle konnte ich „angeblich“ knapp 248qm in der Stunde putzen und für zusätzliche 16 Badezimmer pro Tag gab es satte 15 Minuten extra( nicht pro Bad, sondern für 16.)
      Also hat man nix von Lohnerhöhung, sonder darf sich noch mehr abrackern.

    • Meine Rede, 👍🏻… Mehr Zeit für Qualität

    • Da gebe ich dir Recht,und genauso wird es laufen. Der Arbeitnehmer darf einfach nicht mehr verdienen, denn das schmälert ja den Gewinn der Arbeitgeber. Also werden die Zeiten gekürzt und die die Reinigungskräfte haben noch weniger Zeit als sie eh schon haben.

    • Also das macht meine Firma nicht. Seit 2013 bin ich reinigungskraft und noch nie wurde die Zeit gekürzt. Habe sogar mehr Zeit bekommen wegen corona und desinfizieren. Würde mal bei einem anderen Arbeitgeber probieren

  4. Finde ich sehr gut

  5. Also bei mir verdienen Reinigungskräfte seit Januar 12,50 EU pro Stunde. Die ein oder andere sogar 15 Euro.

    Und es wird auch nicht jeder Mist angenommen nur um ein paar Cent mehr zu haben. Ohne den erforderlichen Respekt in Form von Bezahlung gegenüber der Reinigungskraft läuft auch keine Firma gewinnbringend.

  6. Wunderbar, nur die Preissteigerungen wurden nicht berücksichtigt deshalb gibt es auch für 1/2 Jahre dann eine 0 Runde. Hört sich auf dem ersten Moment viel an doch wenn man draußen die Preise verfolgt befand sich die Reinigung immer noch i. unteren Bereich. Aldi bezahlt Mitarbeiter fürs Auspacken 14,-€. Es werden viele von der Gebäudereinigung abwandern da sie so ihren Miete u. Sachen für den täglichen Bedarf nicht mehr zahlen können. Es ist der Anfang gemacht, doch leider zu wenig.

    • Ja leider. 13.50€ hätte es schon sein müssen. Was mMn immer noch zu wenig ist. Dennoch ist es ein Anfang.

  7. Wie sieht es denn mit den Lohngruppen 2,3,4,5 aus? Bin in Lohngruppe 3. Bekomme ich dann trotzdem „nur“ den Lohn wie Lohngruppe 1?
    Gruß Sabrina

  8. Does „respect for cleaners“ also go on Deutsch please ??

Schreibe einen Kommentar