Tarifrunde für das Gebäudereiniger-Handwerk: Verhandlungen für 700 000 Beschäftigte ergebnislos vertagt

Tarifrunde für das Gebäudereiniger-Handwerk

Verhandlungen für 700 000 Beschäftigte ergebnislos vertagt

Frankfurt am Main – Die Auftaktverhandlung für die rund 700 000 Beschäftigten im Gebäudereiniger-Handwerk ist heute (am 16. Juni 2020) ergebnislos vertagt worden. Aufgrund der Corona-Maßnahmen trafen sich die Vertretungen der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und des Bundesinnungsverbands für das Gebäudereiniger-Handwerk in verkleinerten Verhandlungskommissionen in Frankfurt/Main.

Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Branchenentwicklung. „Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig die Arbeit der Gebäudereinigerinnen und Gebäudereiniger ist.  Sauberkeit rettet Leben – das ist vielen Menschen klar geworden. Deshalb wird jetzt und auch in Zukunft mehr gereinigt. Für eine Krise der Branche gibt es überhaupt keine Anzeichen. Es muss endlich anerkannt werden, wie wichtig die Arbeit der Beschäftigten für das Funktionieren unserer Gesellschaft ist. Ein Lohn von zwölf Euro die Stunde überfordert dabei kein Unternehmen und auch nicht deren Kunden“, sagte IG BAU-Bundesvorstandsmitglied und Verhandlungsführerin Ulrike Laux. „Die Arbeitgeber haben uns gesagt, dass sie unsere Forderungen verstanden haben. Wir erwarten spätestens in der nächsten Verhandlung ein verhandlungsfähiges Angebot von ihnen.“

Die IG BAU fordert ein Plus von 1,20 Euro pro Stunde für die zwei Mindestlöhne der Branche. Damit stiege die unterste Lohngruppe eins auf 12 Euro und der Mindestlohn der Glasreinigung (Lohngruppe 6) auf 15,30 Euro. Die weiteren Löhne der Lohngruppen zwei bis fünf und sieben bis neun sollen um 6,5 Prozent steigen. Die Vergütungen für Auszubildende sollen um 100 Euro pro Monat über alle Ausbildungsjahre erhöht werden. Zudem fordert die IG BAU den Einstieg in ein Weihnachtsgeld für die Branche in Höhe von 80 Stundenlöhnen.

Die Verhandlungen werden am 3. September 2020 fortgesetzt.

5 Kommentare
  1. Ja die Gebäudereiniger haben es verdient für die schufterrei gut zu verdienen. Das sie endlich mal Weihnachtsgeld bekommen. Hoffentlich klappt es dies mal damit. Setzt euch durch. An die Innung, ohne gutes Personal seid ihr nichts. Die verursachen Ehren Umsatz. Also hört auf rum zu jammern und gönnt denen was. Und an manche Firmen. Kürzt denen nicht die Zeit immer nach der Erhöhung. Danke

  2. ach Bärbel, du nennst es gut wenn eine Erhöhung statt findet.
    Es wird geredet von 1,20 was dabei herauskommt ist max.die Hälfte, wenn überhaupt.
    Genauso beim Weihnachtsgeld, 80 Stunden nach 10 Jahren Zugehörigkeit zu einer Firma das ganze dann geteilt durch 50%, also 40 Stunden in 10 Jahren, das heißt pro Jahr 4 Stunden Weihnachtsgeld, dann sind alle glücklich.
    Dazu noch die Unmöglichen Zeitvorgaben für die einzelnen Objekte, wenn jemand wie ich Zeitmanagement studiert hat über 3 Jahre und dann aus wirtschaftlichen und persönlichen Gründen in diesem Beruf arbeiten muss, dann kann man schlicht einfach behaupten, dass dies kriminell ist.
    Was aber am schlimmsten ist, ist die Angst den Job und damit seine Existenz zu verlieren, genau dies ist es was wirtschaftlich und politisch gewollt ist.
    Organisiert euch und nehmt euch Frankreich zum Beispiel.
    Es ist an der Zeit das die Gewerkschaften zu dem zurück finden was sie mal waren.

    • Ja Jürgen Träger, das was sie geschrieben haben gebe ich Ihnen voll Recht. Ist leider die Wirklichkeit. Danke für ihren guten Beitrag.

  3. Wieder vertagt und schon sind wieder Mill. auf den Konto der Obersten. Danke !

  4. Auch ja nochmal an alle, macht mit in der IG BAU. Man kann leider nicht alles erreichen. Jedoch besser als wenn man nichts dafür tut. Ihr wollt mehr Geld und auch Weihnachtsgeld denn von selbst kommt nichts. Nicht mal die Hälfte. Meckern allein kommen keine Tarifverträge zu Stande. Also bewegt eurer Allerwertesten in der Gewerkschaft. Danke für eure Unterstützung. 🤗👍

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