Tarifrunde im Gebäudereiniger-Handwerk. IG BAU: Arbeitgeberangebot ist eine Mogelpackung

Tarifrunde im Gebäudereiniger-Handwerk. IG BAU: Arbeitgeberangebot ist eine Mogelpackung

Frankfurt am Main – Die inzwischen fünfte Verhandlungsrunde zum Rahmentarifvertrag für das Gebäudereiniger-Handwerk wurde heute Abend ergebnislos unterbrochen. „Die Arbeitgeber hatten vollmundig ein Angebot versprochen. Sie bezeichnen es als ‚fair‘. Tatsächlich herausgekommen ist aber ein Vorschlag mit vielen Abstrichen“, sagte IG BAU-Bundesvorstandsmitglied und Verhandlungsführerin Ulrike Laux. Die Arbeitgeber hatten einen 17-Seiten starken Rahmentarifvertragstext präsentiert, in dem sie einige Fußangeln eingebaut haben. Manche Formulierung entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als deutliche Verschlechterung. So führen etwa die Vorschläge zur Regelung der Zuschläge für Mehrarbeit oder Sonn- und Feiertagsarbeit in der Praxis dazu, dass die Beschäftigten Einbußen haben oder sogar leer ausgehen. „Dem Vorschlag fehlt die Ernsthaftigkeit. Wer wirklich schnell einen Abschluss erzielen will, verhält sich anders“, sagte Laux.

Unterstützt wurde die IG BAU-Verhandlungskommission von mehr als hundert  Beschäftigten, die während der Verhandlung lautstark ihrem Ärger über das Vorgehen der Arbeitgeber Luft machten. Vorausgegangen war in diesem Frühjahr die Kündigung des Rahmentarifvertrags durch die Arbeitgeber. Diese zogen zur Rechtfertigung ein aktuelles Urteil des Bundesarbeitsgerichts heran. Danach stehen auch Teilzeitbeschäftigten Mehrarbeitszuschläge zu. Die Arbeitgeber wollen ihnen diese aber nicht zahlen.

Der IG BAU hingegen geht es um Respekt für die rund 650 000 Beschäftigten. Sie fordert deshalb ein Weihnachtsgeld, wie es in fast allen Branchen üblich ist. Zudem müssen Fachkräfte besser eingruppiert und der Urlaubsanspruch an die Zugehörigkeit zur Branche geknüpft werden. Selbstverständlich müssen die Zuschläge weiterhin für alle Beschäftigten der Branche gelten.

Trotz der schwierigen Verhandlungen einigten sich beide Parteien auf einen weiteren Verhandlungstermin am 30. September 2019.

5 Kommentare
  1. Wenn der arbeitsgeber so unfer bleiben will .wirt er bald alleine putzen.und ohne anzug und posche fahren .dannhaben sie ein putzführerschein.denn sie wollen saubere und gute arbeit .dann wollen wir ordenliches geld .weihnachtsgeld und erliche anerkenung.💪💪💪💪💪denn wir kämpfen und halten zusammen.👍👍👍👍👍💪💪💪💪💪

  2. Geht in den Streik wenn die in ihrem dreck untergehen sehen Sie wie wichtig ihr seid und wieviel wert

  3. Hoffentlich wird bald eine vertretbare Einigung gefunden

  4. Hallo zusammen,

    Ich verfolge die Verhandlungen auch. Ich habe vor 1nem gutem Jahrzehnt meine Ausbildung zum Gebäudereiniger erfolgreich beendet.
    Arbeitstech. Wird es schlimmer werden in den nächsten Jahren. Die gebäudereinigung hat sich über einen schleichenden Prozess langsam zu Grunde gerichtet. Gegenseitiges unterbieten der Angebote bei Kunden braucht im umkehrschluss auch sehr sehr billige Arbeitskräfte. Wer kann den bei den heutigen Kosten in diesem Gewerbe eine Familie ernähren. Egal ob es Objektleitung Vorarbeiter Oder einfache reinigungsfachkraft ist wenn am Monatsende nur knapp ein 1200 € bleiben ist man mit seinen fix Kosten am Limit.
    Vernünftige Gehälter erfordern, brauchbare Kalkulationen und Kunden die das auch zahlen.

    Wünsche viel Glück für weitere Verhandlungen.

  5. Richtig beschissen wurde es in der Branch erst als der Meisterbrief nicht mehr nötig war …dadurch konnte sich jeder DEPP mit Eimer und Lappen selbstständig machen und die Preise drücken ohne Ende …

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