Umfrage im Gebäudereiniger-Handwerk zeigt: Die Masche mit den neuen Arbeitsverträgen hat System

Umfrage im Gebäudereiniger-Handwerk zeigt: Die Masche mit den neuen Arbeitsverträgen hat System

Seit der Kündigung des Rahmentarifvertrages durch die Arbeitgeber, häufen sich bei der IG BAU Berichte darüber, dass den Beschäftigten in der Gebäudereinigung gezielt neue Arbeits- oder Änderungsverträge zu Unterschrift vorgelegt werden. Diese Verträge beinhalten meist deutliche Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen, wie zum Beispiel weniger Urlaubstage und fehlende oder heruntergesetzte Zuschläge für Überstunden und Nachtarbeit, sowie für Arbeit an Sonn- und Feiertagen.

Umfrage bestätigt: Mehr als nur Einzelfälle

Die IG BAU wollte von den Beschäftigten deshalb wissen, ob auch ihre Arbeitgeber durch neue Arbeitsverträge schlechtere Arbeitsbedingungen durchzusetzen versuchen. Die Ergebnisse unserer Umfrage bestätigen nun, dass es sich hier um mehr als nur Einzelfälle handelt. Insgesamt haben sich über 1500 Beschäftigte aus zahlreichen Unternehmen des Gebäudereiniger-Handwerks an der Umfrage beteiligt.

Jeder dritte Beschäftigte betroffen

In der Umfrage gab jeder dritte Befragte an, in den letzten Wochen einen neuen Arbeits- oder Änderungsvertrag vorgelegt bekommen zu haben. Von diesen haben 62 % den neuen Vertrag unterschrieben. Davon sagten 22%, dass sie von ihrem Arbeitgeber oder ihrer Objektleitung zur Unterschrift gedrängt wurden.

Positiv dabei: Durch die konsequente Aufklärungsarbeit der IG BAU kennen viele Kolleginnen und Kollegen ihre Rechte und wissen, dass sich der gekündigte Rahmentarifvertrag in der Nachwirkung befindet. Von den Befragten, denen ein neuer Arbeitsvertrag vorgelegt wurde, gaben 38% an, nicht unterschrieben zu haben.

Trotz BAG-Urteil – viele Arbeitgeber zahlen den Beschäftigten keinen Zuschlag für Mehrarbeit

Trotz eines Urteils des Bundesarbeitsgerichts (BAG), wonach Zuschläge für Überstunden auch Teilzeitbeschäftigten zustehen, enthalten offenbar viele Unternehmen den Beschäftigten diese Zuschläge vor. Von den Befragten gaben 70 % an, für Mehrarbeit grundsätzlich keine Zuschläge zu erhalten.

Diese hohe Zahl zeigt, dass sowohl Voll-, als auch Teilzeitbeschäftigte von der Vorenthaltung der Mehrarbeitszuschläge betroffen sind.

Dabei sollte den Arbeitgebern in der Branche das besagte Urteil des Bundesarbeitsgerichts sehr gut bekannt sein. Schließlich haben sie mit Bezug darauf den Rahmentarifvertrag gekündigt, da sie befürchteten, auf dessen Grundlage und gestützt vom Urteil des BAG, nun auch Teilzeitbeschäftigten den Zuschlag von 25% zahlen zu müssen.

Wie sich nun an der Praxis der kursierenden neuen Arbeitsverträge und dem Ausnutzen des von den Arbeitgebern herbeigeführten tariflosen Zustands zeigt, hat der Bundesinnungsverband durch sein Verhalten dem Unterbietungswettbewerb in der Branche auf dem Rücken der Beschäftigten neuen Spielraum nach unten verschafft.

1 Kommentar
  1. Ich Arbeite zwischen 40-60 Std/Woche aks Bereichsleitung und bekomme auch keine Zuschläge auf Überstunden, wozu auch.
    Meine Mitarbeiter bekommen auch keine Zuschläge, wozu eigentlich.
    Wir sind nicht dazu verpflichtet dies zu bezahlen, da wir keinen Tarifvertrag unterliegen.

    Genau so der Witz 150% Zuschlag an Weihnachten& Silvester, wer soll das alles bezahlen.
    Ich werde das nicht meinen Mitarbeitern bezahlen, können.

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